18. Oct 2019

Wie schaffe ich mir selbst Accountability?

Accountability - also die Verbindlichkeit vor allem gegenüber sich selbst - ist etwas, was Unternehmer oft beschäftigt. Damit verbunden ist die Frage: wie und mit welchen Routinen erreichen wir die Ziele, die wir uns gesetzt haben.

Welche Möglichkeiten gibt es, für die eigene Accountability zu sorgen?

Im Blogbeitrag stelle ich vier Optionen dar, um täglich aufs Neue ins Tun zu kommen. Sie zeigen Routinen, die für Entrepreneure gut funktionieren können und mit denen es sich routinierter auf die eigenen Ziele hinarbeiten lässt.

1. To-do-Buch bzw. ein Zielbuch führen

Ein recht nahe liegender Weg, sich selbst gegenüber verbindlich zu bleiben, ist Buch zu führen. Es gibt unterschiedliche Varianten für die eigene Buchführung.

Ich verwende zwei Bücher: Eins in dem ich meine Ziele aufschreibe und eins in das ich meine täglichen To-do‘s notiere. Für mich hat es sich als nützlich erwiesen, jeden Morgen meine Aufgaben für den Tag zu sammeln und am Ende des Tages alles abzuhaken bzw. die nicht erledigten Dinge auf den nächsten Tag zu übertragen. Ich nutze dafür ein kleines A7-großes Büchlein, weil es so schön handlich ist. Für meine längerfristigen Ziele führe ich ein zweites A5-großes Buch mit wertigem Papier. Die Größe passt gut, um es mit auf Reisen zu nehmen und im Alltag schnell mal nachzuschauen, was alles auf der Zielliste steht.

Es gibt einen weiteren positiven Effekt. Wenn man in solch einem Buch zurückblättert, fällt einem auf, welche Ziele und To-do‘s schon alle erreicht sind.

Wie bei allen anderen Maßnahmen ist es wichtig, dran zu bleiben und das Buch zu pflegen. Es empfiehlt sich, das Buch oft bei sich zu haben, nachzulesen, alte Ziele zu überprüfen und neue Ziele aufzuschreiben. Am besten legst du dafür eine Zeit fest, an dem du regelmäßig mit deinem Buch arbeitest. Denn das Buch bildet einen weiteren Ankerpunkt, um deine Ziele präsent zu haben und sie zu verwirklichen.

2. Kalender mit System benutzen

Es gibt mittlerweile einige Bücher auf dem Markt, die neben ihrer Kalenderfunktion das Eintragen aller wichtigen Aufgaben und Ziele ermöglichen. Eines der bekannten Modelle ist der Full Focus Planner von Michael Hyatt. Sein Planungsbuch ist dickes wertiges Buch, das für drei Monate konzipiert ist. Das jeweilige Tagesdatum trägt der Nutzer selbst ein. Das hat den Vorteil, dass sich der Kalender jederzeit starten lässt.

Der Planer bietet diverse Möglichkeiten, Ziele und Aktivitäten einzutragen und sie regelmäßig nachzuverfolgen. Von den Zielen, die man für ein Quartel festlegt, bis hin zur Wochenendgestaltung lässt sich dort alles aufschreiben.

Michal Hyatt bietet mit seinem Produkt sehr viel Struktur, was für den ein oder anderen eine echte Hilfe sein kann. Wer bereits eine eigene Routine besitzt, wird mit dem Planer vermutlich nicht allzu glücklich.

Mittlerweile gibt es auch auf dem deutschsprachigen Markt einige Anbieter mit vorstrukturierten Planern.

3. Mitglied bei einer Membership-Seite werden

Es gibt etliche Membership-Seiten für jede Zielgruppe. Der Mittelpunkt der Leistung ist, dass ein Unternehmer für einen unbestimmten Zeitraum ein Abonnement für einen Membership-Bereich abschließt. Mit dem Abonnement geht die implizite Einwilligung einher, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern an den eigenen Zielen zu arbeiten.

Die Membership-Seite wird in der Regel von einem erfahrenen Unternehmer betreut, der sie ins Leben gerufen hat, um andere dabei zu unterstützen voranzukommen. Es finden regelmäßig „Gruppencoachings“ via Webkonferenz statt. Oft gibt es im Membership-Bereich außerdem Workshops und die Möglichkeit sich mit anderen Mitgliedern auszutauschen. Nachteilig ist, dass ein Membership-Bereich recht schnell zur Datenbank werden kann, wenn sich die Mitglieder nicht wie gewünscht im Communitybereich sondern eher in den Social Media austauschen.

Um zu erfahren, ob ein Membership-Bereich zu einem passt, hilft es, eine Testphase in Anspruch zu nehmen. Die kostengünstige Alternative ist sich einer anderen Gruppe, z. B. in Facebook anzuschließen, die ähnliche Ziele wie man selbst verfolgt.

4. Mitglied einer Mastermindgruppe werden

Eine Alternative zur Membership-Seite ist der direkte Austausch in einem kleinen Netzwerk, einer Mastermindgruppe. Die Mastermind ist geradezu das Sinnbild für Accountability, denn in einer solchen Gruppe geht es explizit darum, unternehmerisch vorwärtszukommen. Eine Mastermind besteht in der Regel aus vier bis sechs Personen, die sich im regelmäßigen Turnus online per Videotelefonie treffen.

Mastermindgruppen lassen sich über soziale Netzwerke oder im eigenen Bekanntenkreis finden. Es gibt sie in der angeleiteten und einer selbstorganisierten Form.

Ich war letztes Jahr für einige Monate in einer Mastermindgruppe. Für mich war es sehr wertvoll, einen festgelegten Zeitpunkt zu haben, an dem wir uns für eine Stunde trafen. Nachteilig war für mich, dass das Treffen wöchentlich stattfand. Die Zeit, um die eigenen Aufgaben abzuarbeiten und Neues berichten zu können, war mit den sieben Tagen sehr kurz. Die Folge war, dass wir uns überwiegend mit alltäglichen Fragen und Aufgabenstellungen auseinandersetzten. Für strategische Überlegungen wäre ein Turnus mit größeren Abständen hilfreich gewesen, zum Beispiel ein Treffen ein- oder zweimal im Monat.

Working out Loud

Es gibt neben der „klassischen“ Mastermind die Methode Working Out Loud. Sie hat sich in letzter Zeit vermehrt etabliert, um sich ein strategisches Netzwerk aufzubauen und die eigenen Ziele anzugehen. Ein Working Out Loud Circle besteht aus fünf bis sechs Personen, die sich über zwölf Wochen einmal die Woche treffen und einen strukturierten Prozess durchlaufen. Die von John Stepper entwickelte Methode wird vor allem gern in Firmen genutzt, um die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu fördern und die Innovationskraft zu stärken.

Fazit

Durch die Synergien der analogen und digitalen Welt gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten den eigenen Zielen gegenüber verbindlich zu bleiben. Es hilft, die eigene Arbeitsweise und Präferenzen zu kennen und dann verschiedene Accountability-Maßnahmen auszuprobieren.

Natürlich lassen sich die Varianten auch beliebig miteinander kombinieren. Wenn du strukturiert an deinen Zielen arbeiten willst, hilft es beispielsweise, die Arbeit in der Mastermindgruppe auf die eigenen im Planer definierten Ziele abzustimmen. Membership-Seiten oder Coworking versprechen zudem neue Anregungen und einen weiterführenden Austausch.

P33 Accountability


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