09. Okt 2020

Ein Plädoyer für Sketchnotes und warum du sie nutzen solltest

2016 war ich an einem Punkt, an dem ich genug von meinem langweiligen und sehr einseitigen Büroalltag hatte. Dann entdeckte ich die Kraft der Visualisierungen und wenig später habe ich Sketchnotes als wunderbares Kommunikationsmittel für mich entdeckt.

Ich habe erlebt, wie es ist, wenn:

... Teilnehmer in Meetings aus ihrem Wachkoma erwachen und plötzlich aktiv mitgestalten. 

... die Ideen sprudeln, nachdem alles, was gesagt wird, visuell festgehalten wird.

... ich langweilige Stockfotos  in Präsentationen mit selbstgezeichneten Bildern ersetze und begeistertes Feedback dafür bekomme.

... Kunden mich inspiriert anrufen, um mir mitzuteilen, dass ein Social Media Post um ein Vielfaches öfter geteilt wird, weil er eine Sketchnote enthält.

Ich freue mich noch immer über jeden, der seine eigene Bildsprache im Alltag nutzt und so unsere Kommunikation ein großes Stück bunter und leichter macht. Deshalb widme ich diesen Blogpost erneut den Sketchnotes.

Was ist eine Sketchnote?

Mittlerweile verbreitet sich der Name „Sketchnote“ auch im deutschsprachigen Raum und steht für vieles. Mit Sketchnote assoziierst du vielleicht eine Illustration, dein Kollege eine Infografik und ein Kunde eine Visualisierung, die für Trainings eingesetzt wird.

Was ist denn nun eine Sketchnote? Wie der Name verrät, umfasst die Sketchnote beides, die Skizze und die Notiz. Es handelt sich also um eine verbildlichte Notiz, die Bilder und semantische Informationen auf einem Blatt kombiniert. Sie ist somit eine visuelle Notiz oder eine Visualisierung.

Wesentlich für Sketchnotes sind also, dass sie handschriftliche Notizen mit visuellen Elementen ergänzen. Typische Elemente sind Textrahmen, wie Banner oder Sprechblasen, verbindende Pfeile und einfache Icons.

Ein einzelnes alleinstehendes Icon zählt für mich übrigens noch nicht zu einer Sketchnote. Wenn das Icon hingegen mit weiteren Informationen verzahnt ist und eine Idee, eine Kernaussage von einem Vortrag oder einen Prozess visualisiert, dann zählt diese Aufzeichnung auch als Sketchnote.

Was brauche ich zum Sketchnoten?

Es ist ganz einfach. Du brauchst ein Blatt Papier, einen Stift und ein wenig Mut anzufangen. Zum Starten kannst du damit beginnen, deine Ideen festzuhalten oder beim nächsten Telefonat Stichworte aufzuschreiben und diese visuell zu betonen.

Es macht Sinn, deine Aufzeichnungen und Visualisierungen in einem Skizzenbuch zu sammeln. Dann kannst du jederzeit einen Blick auf deine Ideen werfen. Wenn du mehr Bilder nutzen möchtest, dann empfehle ich dir ein Bildvokabular aufzubauen, das aus einfachen Icons besteht. Die Icons kannst du, sobald du sie einmal verinnerlicht hast, beliebig in deinen Visualisierungen nutzen.

Warum Zeichnen und Visualisieren nicht dasselbe ist.

Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass man zum Sketchnoten, also dem Visualisieren, Zeichenkenntnisse braucht. Künstlerisches Zeichnen und das Notieren oft abstrakter Ideen und Prozesse ist nicht dasselbe. Für einfache Visualisierungen ist keinerlei Zeichen-Know-how nötig. Also auch wenn du in Kunst nie gut warst, sind Sketchnotes etwas für dich. Bei Sketchnotes stehen die Inhalte im Vordergrund und nicht der ästhetische Ausdruck.

Wirklich jeder kann einfache Sketchnotes selbst zeichnen und nutzen. Alles andere ist eine Frage der Übung. Je mehr du übst, desto geschmeidiger wird dein Ergebnis aussehen.

Es ist wichtig, einfach loszulegen und mit ein paar leichten Elementen wie Kreisen und Rahmen zu beginnen. Die besten Ergebnisse kommen dann mit der Zeit. Mit etwas Übung entsteht aus Gekritzel eine sehenswerte Sketchnote und ein tolles Hilfsmittel zur Kommunikation im Alltag.

Einsatzmöglichkeiten der Sketchnote und wie du deine Kommunikation visualisierst.

Sketchnotes und Visualisierungen sind im beruflichen und privaten Alltag hilfreich. Ich gebe dir einen kleinen Überblick, wie und wo du Sketchnotes nutzen kannst. Die Auswahl ist nicht vollständig. :) Das ist kein auch kein Wunder. Sketchnotes bieten eine gute Möglichkeit, Informationen zu verarbeiten, sie zu vereinfachen und optisch zu strukturieren.

Sieben mögliche Anwendungsfälle für eine Sketchnotes sind:

In Trainings

Visualisierungen und Sketchnotes lassen sich hervorragend in Trainings einsetzen. Während im Offline-Training oft die Visualisierung mit Flipcharts und Metaplantafeln eingesetzt wird, eignen sich in Online-Trainings die digitalen Versionen im Sketchnote-Format.

In Präsentationen

Sketchnotes sind eine wunderbare Ergänzung für einen Vortrag oder eine Präsentation. Sie lassen sich gut einbetten, sie erzeugen Aufmerksamkeit und sorgen vermutlich für Begeisterung bei deinen Zuhörern. Der Vorteil ist, dass du mit einem Bild einen Sachverhalt darstellen kannst, für den du sonst mehrere Präsentationsfolien benötigen würdest.

In den Social Media

Wer ein Visual oder eine Sketchnote in den Social-Media-Kanälen veröffentlicht, erzielt sehr wahrscheinlich eine hohe Interaktionsrate. Sketchnotes sind auch online ein echter Hingucker, gerade dann, wenn sie selbstgezeichnet sind.

Inhalte in Texten hervorheben

Für das Handout im nächsten Meeting, bei künftigen Textbeiträgen oder im kommenden Blogpost. Es lohnt sich einzelne Inhalte in Texten zwischendurch einfach einmal visuell zu unterstreichen. Das lässt sich mit Textrahmen oder Pfeilen prima und einfach machen. Alternativ kannst du zwischendurch auch eine Sketchnote einbetten.

Sketchnotes beim Lernen

Es gibt keinen besseren Weg, als mit einer Sketchnote komplexe Informationen vereinfacht darzustellen. Visualisierungen unterstützen dabei, die Verbindung zwischen Themen aufzuzeigen. Mit bildhaften Notizen können wichtige Informationen verarbeitet und auf den Punkt visualisiert werden.

Bilder unterstützen unser Gehirn. Informationen werden besser verarbeitet. Das Ergebnis ist: Du merkst dir Inhalte besser.

Klarheit gewinnen

Manchmal reicht es auch, die Dinge auf ein Papier zu kritzeln. Für mehr Klarheit empfehle ich dir, die Sachen, die dich beschäftigen, aufzuschreiben und auf dem Papier mit ihnen zu arbeiten. Das hilft auch, wenn du mit Kunden oder Kollegen sprichst und ihr sicherstellen wollt, dass euch richtig versteht.

Kreativität fördern und Out of the box denken

Sketchnotes und Visualisierungen sind definitiv eine gute Möglichkeit, die eigene Kreativität zu fördern. Wenn du Bilder einsetzt, dann fallen dir plötzlich weitere Ideen ein. Dir werden sich neue Perspektiven eröffnen.

Wertvolle Kommunikation mit Sketchnotes

Der Mensch ist visuell und Sketchnotes greifen das auf und bringen oft komplexe Inhalte aufs Papier. Das macht sie so wertvoll in unserer täglichen Kommunikation, deshalb solltest auch du hin und wieder eine Sketchnote anfertigen und sie in der Interaktion mit anderen einsetzen.



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