23. Okt 2020

Meine Zweifel und wie einfach darf Business sein?

Einer meiner zentralen Werte ist die Leichtigkeit. Das heißt, für mich ist es besonders hilfreich, wenn das, was ich tue, mir leicht von der Hand geht.

Leider neige ich zu oft dazu, genau das zu vergessen. In Folge brauche ich viel mehr Power, um die Dinge anzugehen und sie umzusetzen.

Der Zweifel an gängigen Launchmethoden

Nachdem ich zwei Online-Kurse fertiggestellt habe, lerne ich zur Vermarktung viel zum Launchen von Onlineangeboten.

Es gibt etliche Experten, z.B. den „Vater des Launchs“ Jeff Walker, die eine ähnliche Methode predigen. Das System ist einfach: Man liefere seine beste Leistung for free. In Form eines Workshops, einer 5-Tages-Challenge oder einem anderen kostenlosen Format und verkaufe danach sein eigentliches Angebot. Der Gedanke ist, von Anfang an Nutzen zu liefern und dem Gegenüber die Möglichkeit zum Kennenlernen zu geben. Das ist soweit schlüssig und nachvollziehbar.

Die Folge dieser Vorgehensweise ist mittlerweile allerdings ein riesiges Ausmaß an Gratis-Angeboten in der Online-Welt. Aufgrund von Corona ist „online“ zum omnipräsenten Marktplatz für eine noch größere Vielfalt an Angeboten geworden.

Es überrascht mich wenig, dass es etliche Menschen gibt, die in der Fülle der Angebote nur noch die kostenlosen Inhalte in Anspruch nehmen.

Je mehr Angebote ich lese, desto gerate ich ins Zweifeln: Ist das bisherige Vorgehen tatsächlich tragfähig für die Masse der Anbieter? Passt die Methode für mich? Ist es nicht irgendwie auch an der Zeit für Disruption?

Werde ich auch online-müde?

Im September stelle ich mit Hochdruck meinen Online-Sketchnote-Kurs fertig. Schließlich absolviert die erste Teilnehmerin ihn parallel. Ich denke latent über einen weiteren Launch für dieses Jahr nach.

Parallel erfahre ich von einigen wenigen Durchstartern und jeder Menge gescheiterten Launches meiner Kolleginnen auf dem Feld der Online-Kurse. Ich sehe, wie viel Arbeit hinter einem solchen Kurslaunch steckt. Die 60- bis 70-Stunden Woche scheint eher die Regel als die Ausnahme.

Ich versuche, mich mit dem Gedanken an lange Wochen mit vielen Marketingaktionen vertraut zu machen. Von Leichtigkeit ist keine Rede, stattdessen legt sich eine gewisse „Schwere“ auf meine Arbeit. Ich habe langsam genug von den ganzen Empfehlungen und Must Do‘s, um Angebote online zu verkaufen. Die Online-Müdigkeit schleicht sich jetzt langsam auch bei mir ein.

Mit der Workation einen Schritt zurück.

Was hilft am besten, wenn du im Alltag gefangen bist, den Wald vor Bäumen nicht mehr siehst und dir wieder mehr Klarheit wünschst?

Genau, ein Schritt zurück zu machen. Deshalb ging es für mich eine Woche in den Allgäu mit zwei spannenden Illustrationsaufträgen, aber ebenso geplanter Me-Time im Gepäck (glücklicherweise eine Woche vor den verhängten Beherbergungsverboten).

Die Ressourcen entfalten sich.

Der Ortswechsel tut Wunder. Für die Zeit des Aufenthaltes in der Natur vergesse meine Online-Aktivitäten und illustriere stattdessen mit frischer Kreativität komplexe Inhalte. :)

Zur Me-Time an Workation-Orten gehört für mich der Blick auf Ställe in der Region zu. Selten findet sich ein passender Stall in der Region. Dieses Mal hatte ich Glück und fand mit dem Hafnersholt ein Juwel.

Bild Hafnersholt

Mehr zum Thema Ponies folgt sicher einmal in einem späteren Blogpost, aber so viel vorne weg: In den zwei exzellenten Reitstunden bei Silvia entfalteten sich die Ressourcen meines Ressourcenrads. Ponyreiten ist dort ein wichtiger Punkt.

Ich stieg nicht nur glückselig vom Pferd, sondern im Zusammenspiel mit einer tollen Stute entfaltete sich meine Leichtigkeit in vollstem Maße.

Im Umgang mit dem Pferd kommt man mit Kraft, hoher Anspannung und den besten Bemühungen nur bedingt weit. Vielleicht bekommt man ein Pferd zum Laufen, aber um mit ihm mit Freude zusammenzuarbeiten braucht es eine gelungene Kombination aus An- und Entspannung, Ruhe und eine leichte Hand. Erst dann erlebt man den wahren Zauber.

Die Minuten auf dem Pferd waren die beste Erinnerung an mich, wie ich mit mir selbst und meiner Selbstständigkeit umgehen wollte. Kraftvoll ja, aber nicht getrieben von den Must-Do‘s, die andere für unvermeidbar halten.

Was heißt das nun für mein Business?

Für die absolute Klarheit hat die Woche Workation nicht gereicht, aber ich werde versuchen, meine Projekte mit mehr Leichtigkeit anzugehen. Dazu gehört die Marketingmethoden in der Online-Welt weiterhin zu hinterfragen und perspektivisch eine Launchmethode zu finden, die zu mir passt.

In diesem Jahr möchte ich es für mich wie für dich einfach halten. Das heißt, ich werde bis Jahresende voraussichtlich keinen zusätzlichen Gruppenkurs anbieten.

Aber ein Angebot mache ich dir dennoch. Du hast in Kürze die Möglichkeit, den Kurs „Erfolgreich sichtbar“ als Selbstlernerin zu absolvieren. Natürlich stehe ich dir bei Bedarf für einen Austausch und Sparring zur Seite.