12. Mär 2021

Monatsrückblick Februar: eine abrupte Kehrtwende & was ich davon mitnehme.

Die Idee der Monatsrückblicke habe ich übrigens von Sympatexterin Judith Peters, die einmal erklärte, die monatlichen Rückblicke sind im Grunde wie eine Notiz an sich selbst, die auch für die Leser des eigenen Blogs interessant sind. Genau aus diesem Grund werde ich hier und da weitermachen und zu Ende eines Monats einen Rückblick formulieren oder per Sketchnote zeichnerisch darstellen.

Wenn du dann für dich Erkenntnisse und Inspirationen mitnimmst, dann ist das eine Win-Win-Situation. :)

Also, los geht‘s.

Mit meinem neuen Kursangebot bin ich ordentlich gescheitert.

Ja, ohne Scheitern läuft es nicht, höre ich oft, wenn auch nicht so gern. Im Februar habe ich gelernt, dass Scheitern Sinn machen kann und tatsächlich Lerneffekte bereithält.

Aber von vorn: Ich bin in einem Coachingprogramm, in dem Anfang Februar das gemeinsame Projekt eines kostenlosen Online-Betakurses auf dem Programm stand. Ich bin im Grunde kein großer Fan davon, zu viel Leistung gratis anzubieten und war mir im Vorfeld unsicher, ob ich tatsächlich einen Kurs anbieten wollte.

Im Gespräch mit der Mastermind bekam ich dann Lust, den Nutzen von Visualisierungen aus einer neuen Perspektive aufzuzeigen, und zwar nicht für die Arbeit nach außen ,sondern zur eigenen Klarheitsfindung. Die eigenen Gedanken, Wünsche und Ziele mal visuell aufs Papier zu bringen, ist äußerst hilfreich, um Fokus zu gewinnen. Mit den richtigen Visualisierungen bestärkt der Prozess des Zeichnens bzw. Schreibens dich dabei, in Aktion zu treten und deine To-do‘s wirklich umzusetzen.

Da ich nicht nur Sketchnote-Expertin, sondern auch ausgebildete Coach bin war das Angebot eine perfekte Symbiose.

Ich sagte und tat. (oder "gesagt, getan.")

Ich baute kurzerhand eine Landingpage, warb für den Kurs und tat danach alles, was nötig war, um den Kurs gut durchzuführen. Ich entwickelte ein Konzept, zeichnete die PDFs der ersten Wochen, erstellte eine Facebook-Gruppe, schrieb E-Mails an die Teilnehmer und startete mit Videos und einzigartigen Arbeitsblättern motiviert in die erste Woche des Kurses.

Bin ich wirklich auf dem richtigen Weg?

Von außen betrachtet lief alles großartig, allerdings nagte der Zweifel zunehmend in und an mir.

Das Fragezeichen über mir, formulierte stets erneut: „Ist das richtig, was ich hier tue?!


Das Teufelchen

Meine Erfahrung mit den 50 Teilnehmerbewerbungen war durchwachsen.

Ein Drittel der Bewerbungen hatte den Text auf meiner Landingpage gar nicht gelesen und wünschte sich ein Gratis-Sketchnote-Training. Andere entsprachen nicht der von mir ausgeführten Zielgruppe. Das Projekt Gratiskurs fühlte sich so nicht halb so gut an, wie meine Vorstellung über den Kurs zu Beginn des Monats.

Dann kam eins zum anderen und nach einem Gespräch mit meinen Masterminders legte ich den Kurs nach der ersten Kurswoche kurzerhand auf Eis. Ich stand nicht mehr dahinter, weitere 3 Wochen exzellenten Content zu liefern und das kostenlos an Teilnehmer, die nicht zu Kunden werden. Die E-Mail an die Teilnehmer zu versenden fiel mir schwer. Wie würden sie auf meine aprupte Kursänderung reagieren?

Die Rückmeldungen einiger Teilnehmer reflektierten völliges Unverständnis. Andere äußerten die Erwartung, dass ich den Kurs doch noch weiterführen solle. Aber ich erhielt überraschenderweise auch Glückwünsche und Zuspruch für die Entscheidung. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt. Meine Entscheidung fühlte sich schon ein paar Stunden nach der E-Mail mehr als richtig an.

Mit der Umsetzung des Kurses bin ich gescheitert, dafür habe ich eine wichtige Lektion mitgenommen: das Vertrauen in mich selbst. Wenn ein erfolgreiches Programm einen definierten Prozess als das Nonplusultra kommuniziert, heißt es noch lange nicht, dass es der passende Prozess für dich ist. :)

Es ist und bleibt so, dass jede Unternehmerin ihren eigenen Weg gehen und finden muss. Dabei gibt es kein goldenes Rezept, das für jeden gleichermaßen funktioniert. Eine Tatsache, die man selbst gern vergisst.

Ich werde nach wie vor auch mit kostenlosen Content mit dir ins Gespräch gehen, aber diesen setze ich eher in Maßen als in Massen ein. Melde dich gern bei mir, wenn du Interesse an einem bezahlten 1:1 Coaching hast.

Es gab auch ein Monats-Highlight: Sketchnote-Power.

Kommen wir zur Erfolgsmeldung des Wintermonats Februar.

Nachdem ich vor einem Jahr erstmalig einen Online-Visualisierungskurs in Kooperation mit einem Bildungsträger gegeben habe, startete am 4. Februar dieses Jahres mein eigener Sketchnote-Power-Gruppenkurs. Ich hatte ihn im vergangenen Jahr bereits einmal gelauncht. Zum ersten Mal hatte der Kurs nun jedoch auch eine echte Gruppengröße von 5 Teilnehmer*innen. Die vier gemeinsamen Wochen vergingen im Flug. Ja, die Magie des Zeichnens entfaltete sich wieder und ich bewundere die Ergebnisse ich jedes Mal aufs Neue.

Wie kommt es eigentlich dazu, dass viele von uns oft denken: „Ich kann nicht zeichnen.“?!

Die Sketchnotes von jedem Teilnehmer sind ausdrucksstark, aussagekräftig und sehen mit den liebevoll gezeichneten Details tatsächlich so ansprechend aus, als wären sie nach einigen Monaten bzw. Jahren des Übens entstanden.

Wenn du Interesse hast, beim nächsten Kurs dabei zu sein, dann komm gern auf die Warteliste.

Der März steht vor der Tür.

Mal schauen, was der März so bringt. Eines ist sicher, meine Teilnahme an einer zehntägigen Kamera-Video-Challenge. Ich übe schon fleissig mit den ersten Videos ... wie es am Ende tatsächlich war, werde ich berichten.