28. Mai 2021

Wie du gelassen Onlinetrainings durchführst – ein Interview mit Nicole Kirchhoff

Sich souverän online zu bewegen, ist nicht immer einfach. Nicole Kirchhoff liebt die digitalen Möglichkeiten der Online-Welt.

Nicole hat ihre Leidenschaft für die Arbeit mit Menschen und technische Tools kombiniert. Sie unterstützt Berater, Coaches und Referenten, erfolgreich Online-Veranstaltungen durchzuführen. Was sie genau macht und wie sie unterstützt, erfährst du im Interview.

Nicole Kirchhoff

Nicole, es gibt viele Berater, Trainer und Referenten, die bislang erfolgreich offline unterwegs waren. Ihnen bringst du die breite Werkzeugpalette der digitalen Welt näher. Was machst du konkret?

Ich berate meine Kunden bei Fragen zu digitalen Anwendungen. Außerdem biete ich ihnen Trainings an, um digitale Kompetenzen zu erwerben. Dabei spreche ich vor allem Personen an, die nicht von sich behaupten würden, dass sie sich gut mit Technik auskennen.

Bei mir sind Experten richtig, die wissen, dass sie sich dringend intensiv mit digitalen Anwendungen auseinandersetzen müssten. Wenn sie das mit ihren IT-Dienstleistern besprechen, fühlen sie sich von diesen unwohl und unverstanden.

Mir ist wichtig, dass die Menschen, die mit der Technik arbeiten, und nicht die Technik selbst im Mittelpunkt stehen.

Mensch und technik

Es geht nicht darum, was die Technik alles kann und was man heute alles „wissen und können muss“. Es geht um die Ziele, Bedürfnisse und Hindernisse von Menschen, die ihre Arbeit machen wollen. Diese Themen stehen bei mir im Fokus.

Wir schauen, welche digitalen Anwendungen und Kompetenzen sie nachhaltig bei ihrer Arbeit unterstützen und weiterbringen. Im nächsten Schritt besprechen wir, wie sich die digitalen Werkzeuge im individuellen Arbeitsalltag möglichst praktikabel einsetzen lassen.

Wie kam es dazu, dass du dich intensiv mit der digitalen Technik auseinandergesetzt hast?

Technik und ihre Möglichkeiten haben mich schon immer fasziniert.

Als in meiner Studien-Zeit das Internet für mich nutzbar wurde, hätte ich den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen können.

Was plötzlich alles online möglich war!

Ich konnte die Musik-Videos meiner Lieblingsbands jederzeit anschauen, digitale Fotos selbst bearbeiten, eigene Videos erstellen und zusammenschneiden, all meine Fragen bei Google eingeben, die Antworten jederzeit nachlesen und online sogar die perfekten Schuhe finden und diese auch noch günstig auf Ebay ersteigern.

… Eine Fülle an Möglichkeiten, die mit dem Fortschreiten der Digitalisierung ständig wuchsen.

Aber mir fehlte damals der soziale Austausch. Die wenigsten meiner Freundinnen konnte ich damals mit meiner Begeisterung anstecken. Wenn ich von all den coolen Dingen erzählen wollte, hörte ich nur, das sei absoluter „Nerd-Kram“.

Ich fragte mich: „Warum sehen sie nicht, welche tollen Möglichkeiten uns das Internet eröffnet?“

Intensiv auseinandergesetzt habe ich mich deshalb mit der Kommunikation (und machte auch meinen Studienabschluss in Linguistik). Ich ging der Frage auf den Grund, wie man technische Themen einfach und verständlich rüberbringt.

Wenn jeder Mensch - unabhängig von seinen Vorkenntnissen - die technischen und digitalen Möglichkeiten in seinem Alltag sinnvoll einsetzt, stimmt die Kommunikation.

Welche Rolle spielen digitale Werkzeuge bzw. Tools in deinem Leben? Welches Tool nutzt du am liebsten?

Mit digitalen Tools erweitere ich meine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Mein Lieblings-Spielzeug ist das Smartphone!

Es kann alles, was mir gefällt: Es spielt meine komplette Musik-Sammlung ab. Es ist mein Fotoapparat und mein Fotoalbum. Mit ihm habe ich einen kurzen Kommunikationsdraht zu Freunden und Familie. Es ist mein Notizblock. Es sorgt dafür, dass ich einen Überblick über meine Termine habe und es erinnert mich an die Dinge, die ich ansonsten bestimmt vergesse.

Mit meinem Handy bewege ich mich in fremden Städten und Gegenden, ohne mich zu verlaufen. Ich finde sofort die nächstbeste Möglichkeit, um wieder nach Hause zu kommen (ich habe kein Auto und fahre immer mit der Bahn).

Zusätzlich dient es als meine Fahrkarte. Neuerdings ist es auch noch mein kontaktloses Portemonnaie.

Und mein Handy kann noch sehr viel mehr…

Aber das Beste: Wenn ich keine Lust auf all das habe, stelle ich es einfach aus.

Wie erkenne ich, welche digitale Anwendung für meine Tätigkeit wichtig ist und welches Tool ich beruhigt ignorieren kann?

Wenn Du überlegst, ein neues Tool einzusetzen, solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Erweitert es meine Möglichkeiten nachhaltig oder ist eher eine Spielerei, die ich aus Neugier ausprobiere?
  • Passt es zu meinem Arbeitsstil? Kann ich meine Kompetenzen damit abbilden oder macht es gewohnte Prozesse nur komplizierter?
  • Bekomme ich die Daten, die ich in das neue Tool eingebe, später problemlos wieder heraus und lassen sie sich in ein anderes System übertragen?

Oft bekommst du deine Antworten nur durchs Testen. Deshalb bieten viele Anwendungen eine kostenlose Testphase an.

Für eine Testphase empfehle ich folgende Vorgehensweise: Nutze das neue Tool und parallel dazu ein vergleichbares altes (eventuell analoges System). Nach zwei Wochen schaust du, welches Tool du häufiger und lieber nutzt. Prüfe auch, welche Ergebnisse du erzielst hast.

Testphase

Manchmal bieten sich auch Mischformen an. Nur weil du ein tolles neues Tool hast, musst du nicht alles zwingend damit erledigen.

Mir geht das z. B. seit Jahren mit dem schnellen Notieren von Ideen so. Ich habe 2 digitale Notiz-Apps, die ich beide sehr gern nutze. Meine Papier-Notizbücher beschreibe ich aber genauso gern. Außerdem habe ich oft jede Menge Post-its und Projektmappen bei mir, auf denen ich mir Notizen mache.

Jahrelang habe ich versucht, mich auf ein System festzulegen. Erfolglos. Ich habe den Umstieg auf ein System nie durchgezogen. Also habe ich mir irgendwann erlaubt, es weiterhin so zu machen, wie es für mich praktisch ist. Ich nutze also noch immer die Apps und Papier für Notizen.

Für mich funktioniert diese Mischung aus analog und digital super.

Manchmal ist ein Notizzettel, der im Papierkorb landet, wenn er nicht mehr benötigt wird, einfach am schnellsten. Und sollte er doch länger benötigt werden, digitalisiere ich ihn mit meiner Handykamera.

Was ist dein bester Tipp, damit meine nächste Onlineveranstaltung ein voller Erfolg wird?

Meine zwei Tipps sind:

  • Konzentriere dich auf deine Kernkompetenzen und deine Arbeitsinhalte. Stelle beides in den Vordergrund. Die Technik steht nicht im Mittelpunkt, sie sollte deine Veranstaltung unterstützen.
  • Nimm die Perspektive deiner Teilnehmer ein und überlege, was sie brauchen, um sich auf deiner Veranstaltung wohlzufühlen. Was bringt sie weiter und wie gestaltest du den Wissenstransfer?

Entscheide danach, welche der technischem Möglichkeiten dich unterstützt. Denke daran, dass du nicht alles, was technisch möglich ist, auch einsetzen musst.

Mache dich mit den Apps, Anwendungen und Funktionen, die du benötigst, im Vorfeld vertraut. Gut ist, wenn du sie „blind“ beherrschst. So kannst du dich während der Veranstaltung von der Technik lösen. Deine volle Energie ist dann ganz bei den Teilnehmern.

Bei Firmentrainings gelten oft die internen Vorgaben der Auftraggeber. Was mache ich, wenn ich bislang mit Zoom gut gearbeitet habe, mir eine Firma jedoch MS Teams vorschreibt?

Das ist oft ein Problem. Du beherrscht ein Tool gut und bist von den Möglichkeiten begeistert, aber der Auftraggeber hat eine andere Präferenz.

Manchmal nutzen Teilnehmer auch eine komplett andere Software. Oder deren Betriebsgeräte haben starke Einschränkungen und können bestimmte Internetseiten oder Tools nicht aufrufen. Oder sie arbeiten mit Smartphones oder Tablets, die nicht alle Funktionen bieten, die du für dein Training eingeplant hast.

Für dein Zoom-Dilemma gibt es 2 Möglichkeiten.

Du überlegst, wie essenziell die Funktionen von Zoom für dein Trainingsergebnis sind. Gibt es bei MS Teams eine Alternative oder einen Workaround, mit dem du zum gleichwertigen Ergebnis kommst? Oft lassen sich Dinge online analog lösen, ganz unabhängig von der Software.

Gibt es keine Alternative, empfehle ich ein Gespräch mit deinem Auftraggeber, in dem du die unterschiedlichen Ergebnisse und den Mehrwert von Zoom deutlich machst.

Bei Auftraggebern ist es oft Unkenntnis, die zu Einschränkungen führt. In diesem Fall kannst du einfach die Führung übernehmen, dich als Expertin positionieren und gut begründet einen klaren Rahmen vorgeben, in dem du arbeitest.

Wenn ich einen Auftrag für ein Remote- Training erhalten habe und mich unsicher fühle, ob ich das allein stemmen kann, bekomme ich von dir Hilfe. Wie unterstützt du mich?

Ich bespreche detailliert mit dir, was du vorhast, was von dir erwartet wird und wie du es umsetzen kannst.

Wir checken deine Technik, so dass alles optimal funktioniert und du gut rüberkommst. Wir besprechen, welche Anwendungen für dich, dein Training und deine Teilnehmer sinnvoll sind. Wir finden die Einstellungen, die für dich am besten passen und die dir ein reibungsloses Arbeiten ermöglichen.

Gemeinsam bereiten wir dein Training so vor, dass du dich in der Veranstaltung möglichst wenig um das „Drumherum“ kümmern musst. Du kannst dich gelassen und selbstbewusst auf deine Inhalte und Teilnehmer fokussieren.

Wir erstellen einen genauen Vorbereitungs- und Ablaufplan für deine Veranstaltung, damit du wichtige Dinge nicht vergisst. Den Plan kannst du später immer wieder nutzen.

Mein Angebot richtet sich an alle, die andere Menschen mit ihrer Arbeit weiterbringen möchten. Berater, Trainer und Referenten, die ihre Onlineveranstaltungen in derselben Qualität und Professionalität fortführen wollen, für die sie seit Jahren von ihren Kunden und Klienten geschätzt werden.

Vielen Dank, Nicole, fürs Gespräch und deine Tipps zum Umgang mit künftigen Onlineveranstaltungen.

Wenn du also weitere Ideen zur digitalen Gestaltung deines nächsten Events benötigst, bist du bei Nicole an der richtigen Stelle.

Ihre 10 Tipps, wie du Zoom-Videokonferenzen professionell und selbstsicher abhältst, holst du dir hier in ihrem E-Book.



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