15. Jan 2021

Von der Offline-Beratung zu einem Online-Angebot - im Interview mit Nicole Brule-Walker

Nicole Brule-Walker, The Movement Mentor, erregte meine Aufmerksamkeit, als sie Anfang November beschloss, eine 100-Tage-Video-Challenge zu machen. Ich wurde neugierig, sprach mit ihr und freue mich, unser Gespräch heute mit dir zu teilen.

Nicole Brule-Walker

Nicole postet ab Anfang November ein tägliches Video auf ihrem YouTube-Channel. Seitdem hat sie aufgrund ihrer hilfreichen Tipps und Übungen zu mehr Körperbewusstsein und weniger Schmerzen ihre YouTube-Community von einer Handvoll Abonnenten zu 132 Fans aufgebaut.

Nicole, du bist Körperbewegungs-Spezialistin. Könntest du uns ein wenig darüber erzählen?

Ich startete ziemlich traditionell in der Sport-Physiotherapie und Massagetherapie. Mein Studium habe ich noch in Kanada absolviert. Der Studiengang hieß Anatomie und Bewegung. Dort lernte ich alles über die Bewegungen des Körpers. Mittlerweile lebe ich in Großbritannien, wo es keine vergleichbare Ausbildung gibt. Am ehesten passt mein Berufsbild zur Physiotherapie.

Bewegung ist die eine wichtige Sache, die wir alle gemein haben. Wir alle müssen laufen, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Jedes Glied unseres Körpers erfüllt dafür eine Funktion. Die Bewegungen lassen sich dann Gelenk für Gelenk nachvollziehen.

Ich weiß, was der gesamte Körper während bestimmter Bewegungsphasen tun sollte und schaue eher danach, was im Körper fehlt, und nicht danach, wo der Schmerz sitzt. Das ist eine ganz andere Sichtweise als in der traditionellen Physiotherapie. Ich empfinde sie als unglaublich erfolgreich und arbeite unglaublich gern mit diesem innovativen Ansatz. Da meine Arbeit sich nicht mit der traditionellen Physiotherapie deckt, bezeichne mich selbst als Bewegungsspezialistin.

In Zeiten wie diesen ist es im Grunde großartig, online zu arbeiten. Das geht genauso gut, wie offline. Die Bewegung einer Person lässt sich über den Bildschirm genauso gut einschätzen, wie wenn sie in meiner Praxis ist. Online zu arbeiten als Bewegungsspezialistin funktioniert also sehr gut.

Ich habe mich schon gefragt, wie du das online machst. Traditionell triffst du die Menschen vor Ort in deiner Praxis, oder nicht?

Ja, ich mache beides. Aber ich habe herausgefunden, dass ich die Arbeit online sogar bevorzuge. Wenn ich meinen Kunden vorher eine Liste mit Bewegungen schicke, die sie ausführen, filmen und mir das Ergebnis schicken, kann ich mir bereits ein gutes Bild machen, bevor wir uns das erste Mal treffen. Das sind Bewegungen wie sich herunterzubücken und die Zehen zu berühren, den Körper zu drehen oder den Kopf und Hals zu neigen.

Mit dem Video kann ich mich vor dem eigentlichen Termin hinsetzen, mir alle Details anschauen und mich vorzubereiten. Wenn ich mich dann mit einem Kunden online treffe, weiß ich schon, auf was ich mich fokussieren muss. So können in einer Session sehr genau arbeiten. Normalerweise vergeht schon viel Zeit mit der Anamnese. Mit den Vorabvideos ist die Zeit, die ich mit einer Person habe, sehr wertvoll.

Wie funktioniert das? Machst du die Sessions über Zoom oder benutzt du eine andere Plattform?

Ja, ich nutze Zoom für die Sessions. Außerdem verwende ich Yondu, das ist eine medizinische Plattform.

Normalerweise versuche ich, mit meinen Kunden entweder in einem vierwöchigen oder achtwöchigen Block zu arbeiten. Die meisten Probleme lassen sich in dieser Zeit lösen.

Weißt du, viele Menschen gehen Monat für Monat zum Physiotherapeuten, um ihre Schmerzen zu vermindern. Ich denke, dass du nach etwas Höherem streben solltest: der Schmerzfreiheit. Das heißt, es gilt, die Ursache für deinen Schmerz herauszufinden. Anstatt sich also auf die Verletzung oder den Schmerz zu fokussieren, schaue ich mir den Körper holistisch an. Ich sehe, wie er sich bewegt und versuche zu erkennen, warum das Problem auftritt.

Ich denke aber auch, dass manche Menschen sehr traditionell denken und dass sie es mögen, wenn sie an einen Ort kommen, an dem sie sich einfach auf eine Liege legen und eine Behandlung bekommen. Das ist etwas sehr Passives.

Ich bevorzuge es, mit Menschen zu arbeiten, die an Bewegung interessiert sind. Sie sind neugierig, möchten ihren eigenen Körper besser kennenlernen. Sie möchten eine aktive Rolle einnehmen, um gesund zu werden. Ich gebe ihnen die passende Übung an die Hand. Du musst dann zwar jeden Tag 3xmal täglich ein wenig Zeit aufbringen, um die Übungen zu machen. Jede Übung ist aber maximal 2 bis 5 Minuten lang. Es geht darum, neue Gewohnheiten in deinen Körper zu bringen und das ist mit wenig Aufwand absolut machbar.


Du willst Interview als Video sehen? Klick dich gern in die ungekürzte englische Originalversion des Videos:

Sind die Übungen ähnlich wie die Übungen in den YouTube-Videos, die du machst?

Ein Grund, warum ich die Videos mache ist, um zu zeigen, wie wenig Zeit es braucht, um eine Veränderung herbeizuführen. Uns wurde beigebracht, dass alles immer sehr kompliziert und schwer sein muss sowie Zeit braucht.

Vor kurzem habe ich 8-Wochen mit einer Schmerzpatientin gearbeitet und bereits nach der vierten Woche hatte sie keine Schmerzen mehr. Die letzten vier Wochen haben wir deshalb damit verbracht, bewegungstechnisch kleine Dinge zu verbessern. Wir haben also in nur 4 Sitzungen einen enorme Verbesserung erzielt, für Schmerzen, die die Kundin schon seit 18 Monaten hatte. Sie war bei 4 verschiedenen Physiotherapeuten und hatte dennoch große Schmerzen. Es ist also toll, was man schaffen kann, wenn man genau hinschaut, wie sich jemand bewegt.

Dein Wissen teilst du auch auf YouTube. Warum hast du dich entschieden, 100 Videos zu machen?

Als Unternehmerin ist es gut, etwas zu haben, um fokussiert zu bleiben und weiterhin Content herauszubringen. Egal, in welchem Business du tätig bist – online sichtbar zu sein, ist wichtig.

Aber ich wollte auch eine Art Bibliothek schaffen – einen Ort, an den Menschen gehen können, um Hilfe zu bekommen, wenn sie Schmerzen haben. In den Videos, die du bei Youtube findest, beantworte ich auch Fragen zu Verspannungen oder Schmerzen, die ich regelmäßig erhalte. Ich poste Videos mit Übungen, die dann helfen können. Ich glaube auch, dass es wichtig ist, der Person, mit der man arbeitet, vertrauen zu können. Mit den Videos kannst du mich kennenlernen.

Wie ist das für dich, 3 Monate lang jeden Tag ein Video einzudrehen und es online zu posten?

Tatsächlich genieße ich es ziemlich.

Ich muss allerdings eine Routine herstellen. Mittlerweile nehme oft 2 bis 3 Videos hintereinander auf. So habe ich sie dann fertig zum Posten.

Ich achte darauf, verschiedene Inhalte einzustellen und nicht auf eine spezielle Körperregion und einen bestimmten Schmerz oder Verletzung fokussiert zu bleiben. Wenn ich merke, dass ein bestimmter Post gut ankommt und viele Menschen ihn ansehen, zeigt es, dass für das Thema ein hohes Interesse herrscht. Das heißt, ich versuche dem Thema in künftigen Videos mehr Zeit zu widmen.

Mit meiner Vorgehensweise fühle ich mich relativ sicher. Ich drehe die Videos meist in einem Stück ein und editiere nicht sonderlich viel. Hoffentlich bin ich dann zu Ende der 100 Videos noch experimentierfreudiger. Aber im Moment halte ich es einfach.

Was wäre der nächste Schritt, wenn ich mit dir arbeiten will?

Im Moment arbeite ich an vielen spannenden neuen Programmen. Momentan kannst du direkt 1:1 mit mir arbeiten oder du kommst direkt in meine Onlinecommunity „Move your Evolution“, die seit ein paar Tagen ihre Tore geöffnet hat.

Dankeschön, Nicole, dass du deine Expertise und deine Erfahrung rund um YouTube mit uns geteilt hast.

Wenn du in deinem Alltag bei der ein oder anderen Bewegung Schmerzen hast und es dir nichts ausmacht, in Englisch zu kommunizieren, dann ist Nicole Brule-Walker die perfekte Ansprechpartnerin für dich. Abonniere gern auch direkt ihren Youtube-Channel.



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