Wie du Visualisierungen zu deinem Alleinstellungsmerkmal machst. Und so deine Marke stärkst. (Case Study)

Auf das Gespräch mit Susanne Wagner habe ich mich sehr gefreut. Susanne ist ein kreativer Kopf mit einem Händchen für gute Zeichnungen. Ihre Bilder begeistern, weil sie zum einen minimalistisch sind und gleichzeitig sehr viel Aussagekraft haben.

Susanne baut gerade ihr Business auf. Sie hat an meinem Kurs Sketchnote-Power fürs Business teilgenommen und währenddessen einen Weg gefunden, ihre Zeichnungen für ihr eigenes Business zu nutzen. Heute sind sie ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem sie ihre unternehmerische Marke stärkt.

Susanne Wagner

Susanne, für alle Leser*innen: Wer bist du und was machst du?

Ich bin Atemtherapeutin und wohne und arbeite im Raum Zürich. Mit meiner Arbeit unterstütze ich Menschen, die merken, dass es ihnen mit dem Atmen gerade nicht so gut geht. Oder Menschen, die an starken Verspannungen leiden.

Sie merken schnell, dass sie mit dem Atem da überall hinkommen. Denn die Atmung ist mit allen anderen Körperfunktionen vernetzt.

Wie bist du mit diesem Hintergrund zum Visualisieren gekommen?

In der Atemtherapie geht es immer auch um Persönlichkeitsentwicklung und darum, den Zugang zu den eigenen Ressourcen zu finden und zu pflegen. Die sind natürlich sehr individuell. Wir kennen allgemeine Ressourcen wie die Natur. Aber dann hat jeder Mensch seine eigenen Dinge, aus denen er Kraft schöpft. Bei mir ist es auch das Zeichnen.

Du zeichnest schon länger?

Nein. Es gab eine längere Pause. Als Kind habe ich, wie wahrscheinlich alle Kinder, einfach alle leeren Flächen voll gezeichnet. Bis die Eltern gerufen haben: "Stopp! Nicht auf die Schranktüren."

Im Studium und später im Arbeitsleben rückte das Zeichnen in den Hintergrund. Beruflich bin ich in die Blindenschrift-Textübertragung gegangen. Dort geht es eher darum, wie ich etwas Visuelles linearisieren oder entvisualisieren kann. Damit habe ich jahrelang das Gegenteil vom Visualisieren gemacht. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich die Bilder vermisse. Da ich ja sehen kann, darf ich Bilder nutzen.

Das Zeichnen ist in Coronazeiten einfach wieder gekommen? Vorher hast viel Musik gemacht, oder?

Ja, den Zugang zur Musik, den konnte ich irgendwie besser von der Kindheit rüber retten. Mit dem Aufbau meines zweiten Standbeins, also der Atemtherapie, kam für mich der Moment, in dem ich mich damit beschäftigt habe, was ich gern mache. Wie ich mich zeigen möchte. Und wie ich etwas zeigen möchte, wenn ich es erklären muss.

Denn ich bin auch in der Erwachsenenbildung tätig. Für diejenigen, die sich als Atemtherapeutinnen weiterbilden oder ausbilden lassen. Da stellte ich mir die Frage: „Welche Erfahrungen habe ich gemacht? Was kam bei mir gut an?“. Das waren die Visualisierungen.

Dann hast du aktiv geschaut, wie du Visualisierungen im Joballtag nutzen kannst?

Ja, und da kam ich auch auf das Thema Sketchnotes. Vorher kannte ich den Begriff nur so ungefähr. Ich konnte mir was drunter vorstellen, aber ich wusste nicht so richtig, was das ist. Und ob er etwas mit mir zu tun haben könnte.

In deinem Kurs im Frühling habe ich mehr erfahren.

Das Zeichnen ist seitdem für mich wirklich wieder total wichtig geworden. Die Klarheit beim Zeichnen zu finden. Und dabei auch zu schauen: „Wie viele Striche brauche ich, um das zu zeigen, was ich gern zeigen möchte? Und das so, dass ich es beim Unterrichten kurz an einem Flipchart zeichnen kann.“

Das hat dir so richtig Spaß gemacht, oder? Im Kurs hast du sehr viele Bilder für dein Business entwickelt.

Ja, genau. Einerseits, um für mich eine Klarheit zu finden, was ich mit meinem Business überhaupt vorhabe. Andererseits half mir das Zeichnen, zu erkennen, welches die wirklich wichtigen Dinge für mich sind. Worum es mir bei meiner Arbeit geht.

Hast du ein Beispiel?

Ich habe zum Beispiel für meine Arbeit eine „minimalistische Nasenzeichnung“ entwickelt. Sie hat nur zwei Striche.

Nasenzeichnung Susanne Wagner Bild: Nase gezeichnet von Susanne Wagner

Wenn man Atem hört, dann denkt man sofort an die Nase. Bei der Atemtherapie, so wie ich sie anbiete, geht es aber vor allem darum, die eigene Atembewegung wahrzunehmen und zu beobachten.

Deshalb habe ich weiter gezeichnet und bin so auf diese Zwerchfell-Lunge-Zeichnung gekommen. Die ist schon ziemlich abstrakt. Da weiß ich nicht, ob man überhaupt versteht, worum es geht, wenn man sie ohne Zusammenhang sieht. Aber wenn man mal gespürt hat, was in der Zeichnung steckt, dann bleibt sie bei einem. Auf eine andere Art und Weise als mit der Nase. Die Nase ist so weit gut. Aber da ist alles an der Oberfläche und man muss im Bild tiefer rein. Erst dann kommt man zu diesem sehr persönlichen, inneren Bereich, wo sich das Atemgeschehen abspielt.

Zwerchfell-Lunget Bild: Zwerchfell-Lunge gezeichnet von Susanne Wagner

Die Zeichnung mit dem Zwerchfell und der Lunge, das sind ein paar Striche. Nach einigen Versionen hat die Lunge dort, wo eigentlich das Herz sitzt und die Lunge auf der linken Seite ein bisschen kleiner ist, noch ein lachendes Gesicht dazubekommen. Eine Art Emoji oder Smiley.

Das war etwas, da wäre ich vor deinem Kurs gar nicht drauf gekommen. Ein Smiley in eine anatomische Zeichnung zu packen und damit etwas auszudrücken, was mir sehr wichtig ist. Die Zeichnung zeigt eine der Grundlagen und Werte meiner Arbeit.

Grundlagen, Werte und eine Essenz deiner Arbeit?

Darum geht's. Ich möchte mit meinen Zeichnungen dort hinführen. Aber nur als Inspiration. Inspiration ist ja auch so ein schönes Wort, in dem der Atem gleich drin steckt.

Visualisierung als Inspiration für dich, weil du Klarheit gewinnst, und zum anderen, um mit deinen Klienten zu kommunizieren?

Ja. Und das vor allem über Gefühlszustände. Das ist jetzt ein erfreulicher Zustand, der auf dem Bild der Lunge zu sehen ist. Aber es gibt auch die andere Seite. Körperliche Empfindungen im Sinne von beschwerlich, unangenehm oder schmerzhaft.

Im Kurs habe ich Bilder dazu entwickelt und überlegt, wie das Bild ohne die Schmerzen aussehen könnte. Zu den Themen Gleichgewicht, Nackenschmerzen und innere Unruhe habe ich Menschenpaare als „vorher nachher“ gezeichnet. Mit wenigen Strichen. Die Formen habe ich dabei gar nicht richtig schön zugemacht, wie ich das von dir gelernt habe.

Innere Unruhe Bild: Innere Unruhe und die Auflösung gezeichnet von Susanne Wagner

Das ist ja auch eine Frage des individuellen Geschmacks.

Ja, die dürfen jetzt mal so bleiben, wie sie entstanden sind.

Du zeigst die Bilder aus dem Kurs auch auf deiner Website.

Auf der Startseite meiner Website nutze ich das Bild der inneren Unruhe und wie sich das zur inneren Ruhe wandeln könnte.

Auch die anderen Bilder findest du auf meiner Website. Zum Beispiel unter der Rubrik Nackenschmerzen und auf dem Blog.

Die Kombination aus Bild und Angebot wendest du auch in deiner Arbeit an?

Ja, ich kann ja nicht irgendwelche Versprechen zum Thema Gesundheit oder Beschwerdefreiheit machen. Aber ich kann sagen: "Wie wäre es, etwas auszuprobieren und zu schauen, was sich verändert?"

Es geht bei der Atmung immer um die eigene Wahrnehmung. Die eigene Wahrnehmung ist die Basis, um mit dem Atem zu arbeiten. Das Schöne beim Atem ist: Er reagiert auf alles, was uns passiert und wie es uns im Leben gerade geht. Und wenn du dich ein bisschen reinfuchst, dann kannst du das bei dir beobachten, ausgehend von deiner Körperwahrnehmung.

Ist es so, dass die Visualisierung dabei eine Brücke baut?

Für mich baut das Zeichnen eine sehr konkrete Brücke. Der Atem ist mit all unseren Körperfunktionen zentral vernetzt. Deshalb kann die Atemtherapie auch für wirklich alles im Leben eine Unterstützung sein. Ich weiß, dass die Atemtherapie dir guttun wird. Egal mit welchen Problemen oder mit welcher Beschwerde du zu mir kommst.

Das ist jetzt allerdings nichts, was ich in mein Praxisangebot schreiben kann. Denn das ist dir vermutlich noch nicht klar. Ich muss also ein konkretes Angebot und Nutzen liefern. Die nötige Klarheit zu gewinnen, funktioniert bei mir über das Zeichnen und ein Bild.

Welche Erkenntnis hast du mit Blick auf deine Visualisierungen gewonnen?

Dass es wirklich darum geht: „Was sagt das Bild oder die Zeichnung?“. Und nicht darum, ob jedes Detail genauso stimmig abgebildet ist, wie ich mir das vorstelle.

Auch, dass ich etwas von mir zeige, wenn ich ein Bild zeichne. Wenn ich in einem Schwung irgendetwas zeichne, dann hat das auch eine Botschaft. Vielleicht kommt der schnelle Schwung sogar besser an als das: "Ich habe jetzt etwas tausendmal geübt und ich zeichne es jetzt für dich perfekt."? Dann schaut sich das jemand an und denkt vielleicht: „Ja, aber es lebt nicht mehr.“

Ich habe jetzt wieder begonnen offline zu gehen an den Sonntagen. Da habe ich wieder richtig Lust und Zeit zum Zeichnen. Da ist das Motiv einer Katze entstanden. Sie fällt und landet auf ihren vier Pfoten. Ich habe sie schon ein paar Mal gezeichnet. Irgendwie ist es einfach gut, dass die Katze, die noch in der Luft schwebt, so ein bisschen komische Proportionen hat. Das bringt den Fall besser rüber.

Ja, und wahrscheinlich auch die Bewegung selbst...

Ja, ich habe auch bewusst nicht mehr groß etwas dazu gezeichnet, um zu zeigen, dass die tief fällt. Sie ist einfach gut so.

Susanne Wagner fallende Katze Bild: Katze im Fall gezeichnet von Susanne Wagner

Spannend für mich ist: Die Katze ist zufällig entstanden. Ich schreibe an einem Artikel über Nackenbeschwerden. Da habe ich mich eingelesen und recherchiert. Die Zusammenhänge waren total spannend. Da ging es auch darum, warum die Katze auf ihren vier Pfoten landet. Das liegt an ihren Augen, mit denen kann sie sich orientieren. Durch ihren Blick weiß die Katze, wo oben und unten ist. Ihr Körper dreht sich dann und richtet sich an der Horizontalen aus.

Das Katzenbild hatte mit meiner Nackenschmerzenrecherche zu tun, aber dann hatte ich eine Riesenfreude an dieser fallenden Katze.

Das ist übrigens etwas, das wir auch machen. Wenn ich zum Beispiel vor dem Computer sitze, hilft es mir allerdings nicht so, wenn ich den Kopf nach vorne strecke. Das schätzt der Nacken nicht so.

Super. Das heißt, dieser Artikel wird begleitet von der Katze?

Ja, für den Artikel habe ich verschiedene Zeichnungen gemacht. Ich habe letztens drei von diesen Zeichnungen auf Social Media gezeigt und gefragt: "Ja, was denkt ihr, worum es geht?" Also, was das Thema des Artikels sein könnte, für den ich die Zeichnungen gemacht habe.

Da kamen viele Antworten. Aber interessanterweise nicht das, was ich erwartet habe, sondern noch weitere Ideen. Auf die wäre ich jetzt von alleine nie gekommen. Das ist die Qualität eines Bildes. Ich kann ein Bild zeigen und jeder hat in Millisekunden seine eigene Interpretation und Sicht.

Ja, da wären wir wieder bei der Wahrnehmung.

Dann gibt es ja auch die Bilder, die für mich eine persönliche Bedeutung haben oder die ich mit etwas Bestimmten assoziiere. Da spielen Konvention rein. Das finde ich wichtig. Gerade wenn ich versuche, mit einem Bild etwas von mir oder für mein Business rüber zu bringen. Da will ich nicht, dass 99 von 100 Menschen aus kulturellen Gründen etwas Bestimmtes dazu denken und das nicht von mir beabsichtigt ist.

Mit Blick auf die Zukunft: Was hast du für Pläne mit deinen Bildern? Wie planst du sie für deinen Job zu nutzen?

Ich wäre gern DIE Atemtherapeutin, von der alle wissen: "Das ist die mit den Zeichnungen."

Mein Fernziel ist, dass wenn jemand eine Zeichnung von mir sieht, gleich klar ist: „Das ist von Susanne Wagner.“ Weil man das an der Darstellung sieht. Oder wie nennst du das? Am eigenen Strich?

Ja, der eigene Strich.

Beim Unterrichten fände ich es toll, wenn meine Zeichnungen von anderen zum gleichen Thema auch im Unterricht genutzt würden. Zum Beispiel die Nasenzeichnung oder die Zeichnung der Lunge mit dem Smiley.

Andere Zeichnungen nutze ich ausschließlich für mein Business wie das Atemhaus, das auch im Frühlingskurs entstanden ist. Das sollte aber niemand anders nutzen.

Atemhaus Susanne Wagner Bild: Atemhäuser-Serie gezeichnet von Susanne Wagner

Du hast das Bildvokabular, das deine Marke zeigt, wie dein Atemhaus. Dann entwickelst du Bilder für die Arbeit in der Atemtherapie, die andere Atemtherapeuten für ihre Arbeit verwenden können. Wie die Lunge und die Nase, also Vokabeln, die man in der Atemtherapie braucht.

Ja. Das kommt auch der Atemtherapie zu Gute. Es ist noch nicht lange so, dass man über Atemtherapie wirklich spricht. Und darüber, was man da macht. Über die Erfahrung kann man sich schon austauschen. Aber die Details an die große Glocke hängen, das macht man eigentlich nicht ...

Es ist eine innere Arbeit. Mit abstrakten Bildern oder Zeichnungen kann man die innere Arbeit so zeigen, dass es für jede Person stimmt.

Sehr interessant. Vielen Dank fürs Teilen, Susanne! Gibt es sonst noch etwas, was du sagen möchtest?

Also dein Sketchnote-Power-Kurs fürs Business im Frühling hat sich für mich vollkommen entfaltet. Durch die täglichen Aufgaben habe sehr viel für mich mitgenommen.

Ja, wunderbar. Vielen Dank, dass du uns mit in die Welt des Atems genommen hast, Susanne.

Wenn du noch einmal einen Blick auf Susanne und ihre Tätigkeit werfen willst, dann schau gern auf ihrer Website um.

Atemhaus Susanne Wagner Logo Bild: Atemhaus Susanne Wagner Logo gezeichnet von Susanne Wagner

Und wenn du selbst lernen willst, wie du Bilder für dein Business entwickeln willst, dann klick dich gern zu meinem Kurs Sketchnote-Power fürs Business.


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